Mord auf Gran Canaria
Kriminalroman
Seit Fabio Lozano, genannt „Flaco“, vor 3 Jahren – damals war er 29 - seinen Dienst als Inspektor bei der Nationalpolizei von Gan Canaria mehr oder weniger freiwillig quittiert hat, arbeitet er als persönlicher Assistent für die reiche Hotelbesitzerin Doña Esmeralda Reyes Beltrán de la Cuesta. Als er eines Abends noch einen Spaziergang am Strand macht, findet er dort die Leiche von Vicente Garrocho. Dieser hat in dem Hotel gewohnt und irgendeine undurchsichtige persönliche Beziehung zu der 40 Jahre älteren Doña Esmeralda gepflegt.
In der Brust des Toten steckt eine Pitchgabel. Das ca. 20 cm lange zwei-zackige Gerät wird dazu benutzt, beim Golf die Grasnaben anzuheben,
um Unebenheiten auszugleichen.
Für die Mordermittlungen ist Flacos ehemalige Dienststelle zuständig, und damit sein alter Widersacher Chefinspektor Peralta. Da Flaco eine unrühm-liche Vorgeschichte mit dem Toten verbindet, stellt ihn Peralta unter Mord-verdacht.
Die einzige Möglichkeit, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, sieht der Beschuldigte darin, auf eigene Faust zu recherchieren. Das stellt sich aber als gefährlich heraus, denn er gerät bald in einen Sumpf aus Lügen, Korruption, Vertuschung und kommt Täter und Mitwissern sehr nahe.
Resümee: Die Handlung ist von Anfang an spannend, steigt jedoch nicht kontinuierlich an, sondern verharrt stellenweise auf einem Plateau. Obwohl es viele Verdächtige gibt, wissen bis zum dramatischen Schluss weder der Leser noch Flaco – und die Polizei erst recht nicht -, wer der Mörder von Vicente Garrocho ist. Denn es gibt viele unerwartete Erkenntnisse und Wendungen.
Die Figur des Flaco hat mir prima gefallen:
Er ist engagiert, furchtlos, schlagfertig, hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen und eine gute Portion Galgenhumor, gepaart mit Ironie. Vermeintliche Autoritäten können ihn nicht einschüchtern.
Diesem Charakter ist der erfrischende Schreibstil angepasst, der sich sehr von den bisherigen Romanen des Autors unterscheidet, die mir nicht minder gut gefallen haben.
Aber auch die anderen Protagonisten sind mit ihren Eigenheiten hervorragend herausgearbeitet. Besonders schön finde ich es auch, dass der Mentalität der Spanier Rechnung getragen wird. Ich lebe selbst seit ein paar Jahrzehnten in Spanien, habe oft geschmunzelt und gedacht, dass „ein Spanier“ genau so in der beschriebenen Situation reagiert.
Der Autor scheint Bewohner und Insel sehr gut zu kennen, denn er vermittelt auch viel Lokalkolorit.
Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar mit den verwendeten spanischen Begriffen und Hinweise zur Aussprache.
Fazit: Ich würde mich freuen, mehr von Flaco lesen zu können.
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